Rückmeldungen von Patientinnen

Liebe Leserinnen und Leser,

dies sind Rückmeldungen/Abschiedsreden unserer Patientinnen, die sich traditionsgemäß in ihrer letzten Hausversammlung in Gut Zissendorf verabschieden.
Zum Schutz der Patientinnen haben wir alle Namen entfernt. Die Patientinnen haben uns erlaubt, ihre Abschiedsreden anonymisiert auf der neuen Website zu veröffentlichen.

Sie wollen auch anderen Mut machen, wir bedanken uns herzlich.

Patientin 1

17 Wochen sind vorüber

17 Wochen gehen zu Ende, am Samstag gehe ich nach Hause und nicht auf 36 Stunden, sondern für immer. Die große Frage die ich mir immer wieder gestellt habe: „ Kann ich es wirklich schaffen, ein Leben ohne Alkohol zu führen?“ wird geprüft.

Patientin 2

6er im Lotto – Gut Zissendorf

Ich kam in Zissendorf am 04.06.2017 an; eine verunsicherte, zitternde, stotternde Alkoholikerin, ohne soziale Kontakte außerhalb der Familie, deren Leben darin bestand zu trinken und den Schein zu wahren. Zuhause habe ich getrunken und „nur abends“. Teils so viel, dass ich gestürzt bin und mich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern konnte, wären die Hämatome nicht gewesen. Immer bis zum Limit und darüber hinaus. Warum ich mich selbst zugrunde richtete, war mir irgendwie bewusst, aber ich konnte es nicht greifen und ändern.

Patientin 3

Das kann ich ganz alleine

Kaum zu glauben, dass meine 15 Wochen (19.07.-28.10.2017) in Gut Zissendorf nun schon so gut wie vorüber sind. Meine Bezugstherapeutin hat mir von einem ganz interessanten bildlichen Vergleich erzählt, der sich sehr gut auf mein Leben übertragen lässt.

Patientin 4

Mein persönlicher „Jakobsweg“

Es fällt mir absolut nicht leicht, hier vor versammelter Mannschaft zu reden, aber ich möchte euch gerne an meinem persönlichen „Jakobsweg“ teilhaben lassen, der am 11.07.17 hier in Zissendorf begann. Bei 15 km pro Tag dauert der längste Jakobsweg 70 Tage. Meine Reise zu mir selbst hat 105 Tage gedauert. Anfangs war mir noch nicht bewusst, wie lange und anstrengend dieser Weg werden würde und wie viele physische und psychische Herausforderungen er für mich bereit halten würde.

Patientin 5

Das Leben

Die Liebe die in einem steckt, ist mehr wert, als der passierte Dreck.
Er raubte uns das Leben, oh Schreck.
Doch hat das Leben auch einen Zweck.

Patientin 6

Wohlfühlen

Mein ganzes Leben lang wurde ich begleitet vom Alkohol, anfangs fühlte ich mich auch noch wohl.
Doch schon bald kam das böse Erwachen, ich konnte nicht mehr lachen.
Gefangen und überwältigt vom Alkohol, fühlte ich mich nun gar nicht mehr wohl.

Patientin 7

Abschied von Zissendorf

Vor 16 Wochen vorne durch das Tor gekommen und dabei doch sehr benommen. 16 Wochen wird das nun mein zu Haus, „oh weh was für ein Graus“. Die Dame am Empfang, höflich und nett, zeigt mir ganz adrett den Weg zur Pflege, auch dort ist man ganz korrekt. Eine Patin für mich steht bereit, was mich sehr erfreut. Sie zeigt mir Zimmer, Haus und Hof und auch Einiges, was man am Anfang findet doof.

Patientinnen-Trio

Realität

Nach im Durchschnitt 14 Wochen Therapie verlassen wir Gut Zissendorf. Am Anfang standen Unsicherheit und große Therapiebereitschaft auf unserem Programm. Ein voller Therapieplan begleitete uns durch Raum und Zeit. Die längsten Tage wurden um 5.30 Uhr mit dem WIEGEN eingeläutet und endeten um 21.15 Uhr mit dem PUSTEN.

Fachklinik Gut Zissendorf
Gut Zissendorf
Postfach 1343
53773 Hennef (Sieg)

Telefon: 02242- 88950
Telefax: 02242- 84398

E-Mail: info@zissendorf.de
Internet: www.zissendorf.de