Patientin 11

„Aufgeben ist keine Option, wir schaffen das!“

Ich kann es einfach nicht glauben, meine 26 Wochen sind vorbei.

So viele fantastische, geniale und liebenswerte Menschen die ich kennenlernen durfte. Sehr viele musste ich schon verabschieden. Jetzt bin ich an der Reihe zu gehen und das fällt mir nicht leicht. Abhängigkeitserkrankung ich habe es geschafft durchzuhalten und darauf kann ich stolz sein!

Anfangs dachte ich, ich hätte ausreichend Zeit aber „nein“ es ging noch schneller vorbei, als ich es mir sowieso schon denken konnte. Als noch mal ein Appell an Alle: „Nutzt die Zeit die ihr hier bekommen habe, nur für Euch“.

Als ich von …… hierher kam bestand mein Leben nur noch aus arbeiten und Drogen nehmen und war einfach nicht mehr lebenswert. Ich hatte mich und meinen Sinn fürs Leben verloren….

Denn der Sinn des Lebens ist „deinem Leben einen Sinn zu geben“. Das bekam ist einfach nicht mehr allein auf die Reihe. Also entschloss ich mich doch nochmal eine Therapie anzugehen, obwohl ich schon einiges an Therapie hinter mir hatte und ich nicht mehr daran geglaubt habe, dass mir irgendwas helfen kann. Abhängigkeitserkrankung ich sah keinen anderen Weg mehr es noch mal zu versuchen. Damit ich es dieses Mal richtig angehe, habe ich mir gut vorbereitet und alles aufgegeben, meinen Wohnung, meinen Job, meine Freunde und meine Familie.

Ich wollte einen kompletten Neuanfang.

Angekommen in „Zissyland“ wurde ich herzlich aufgenommen an allen. An meinem zweiten Tag hier war mein ... Geburtstag und fast alle Frauen haben mich umarmt und mich beglückwünscht und das obwohl sie mich nicht kannten. Ich hatte immer Angst vor der .., aber alle machten mir Hoffnung und sagten mir was ich doch für ein Glück habe mit .. nochmal neu durchzustarten. Das war ein sehr schönes Gefühl.

Als ich mich eingelebt habe, kamen die Höhen und Tiefen im Wechsel, oft war ich erschöpft, Therapiemüde oder einfach gesagt „richtig durch“. Abhängigkeitserkrankung die guten Zeiten überwiegten und nicht nur die Therapien waren vortrefflich, sondern auch die Gespräche unter Frauen waren mir viel wert und haben mir gut getan.

Oft habe ich es schon gesagt … ich bin so dankbar für diese Zeit … ich sehe sie als ein Geschenk.

Ich konnte mich hier öffnen, zu mir finden, fühlen was ich brauche, Selbstachtung üben, mich neu entdecken, mich wirklich lieben lernen und sehen, das ich stolz auf mich sein kann. Ich glaube wieder an mich und habe neue Hoffnung geschöpft, das Leben clean anzugehen, aber mit großem Respekt vor meiner Krankheit.

Ich weiß ganz genau der Kampf gegen die Sucht wird niemals aufhören und dieser Gedanke ist echt hart, aber es wird leichter mit der Zeit, da bin ich mir sicher. Vielleicht bin ich irgendwann süchtig nach dem clean sein.

Im Anschluss dieser Reha gehe ich in Adaption nach …. für . Monate um mir dort mein neues Leben aufzubauen. Eine Umschulung steht mir bevor und dazu werde mich richtigen Hobbys zuwenden, cleane Kontakte knüpfen und das hier erlernte umsetzen. Es wird nicht einfach werden, aber sehr schön und aufregend.

Vielen lieben Dank

an Frau … mein ruhiger Engel

an Frau … the Brain, einfach genial

an Frau … beeindruckend grandios und hat mich ernst genommen

an Frau …
und Herrn … ohne sie beiden läuft nichts

an unsere Ergotherapeuten die so lieb sind und einen super Job machen

an das ganze Pflegepersonal sie haben immer ein offenes Ohr

an Herrn … die besinnliche Seele aus der Fahrradwerkstatt

an das bezaubernde Küchenteam  die ständig harte Arbeit leisten um uns zu verwöhnen und das weiß ich mit am besten

Sie sind alle beeindruckende, gute Menschen.

Dankeschön ….

Ich werde diese Zeit niemals vergessen.

Zuletzt möchte ich Euch bitten:

Seht mit mir auf, gebt euch die Hände und sprecht mir nach:

„Aufgeben ist keine Option, wir schaffen das!“

 

 

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